Traumhaft

Loslassen.

Einfach loslassen.

Sich lösen wie ein Blatt von seinem Baum, von der Sommersonne versengt, von Gewitterstürmen durchschüttelt, müde geworden, haltlos.

Loslassen.

Sich dem Nebel ergeben oder dem Herbstfarbenbunt eines milden Nachmittags, sich treiben lassen, fallen, fallen …

Loslassen – verglimmen – hinunter brennend wie das Teelicht in einer alten Laterne – ohne Aufflackern – lautlos – unmerklich fast.

Loslassen und frei sein.

Es gibt kein Danach.

Es gibt kein Davor.

Und das Jetzt ist nichts als ein Traum voller Süße und Bitterkeit.

(Mit einem Dankeschön an Christiane für ihre Einladung zu den abc-Etüden, diesmal die Nummer 2 mit den Wörtern „Laterne“, „herbstfarbenbunt“, „loslassen“, die wie immer in maximal 10 Sätzen unterzubringen waren.)

Über Elke H. Speidel

ist Publizistin und Soziologin und arbeitet als Fachautorin, gelegentlich auch als Schriftstellerin, Lebenswegberaterin oder Wissenschaftslektorin.

Veröffentlicht am 24. Oktober 2017 in Allgemein, Kürzestgeschichten, Realismus und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. Eine wunderbar formulierte Momentaufnahme eines Zustandes, von dem ich nicht weiß, wie ich ihn betiteln soll. Traurig? Bedrückend? Lichtlos? Friedlich? Kann alles sein, muss aber keinesfalls.
    Danke dafür.
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 2 Personen

  2. Melancholisch, würde ich sagen.

    Liken

  3. Hat dies auf ilseluise rebloggt und kommentierte:
    So schöne Worte über das Loslassen, den Herbst, die Freiheit, die Ewigkeit, das Hier und Jetzt

    Gefällt 2 Personen

  4. Zufriedenheit und Dankbarkeit, ich denke, dass ich das in Deinen wunderschönen Worten wiederfinde. Für mich ist Herbst auch ein Loslassen, aber im positiven Sinne. LG Simone

    Gefällt 1 Person

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