Erblindend

loslassen

das frühlingsregengrün

das sommerährengelb

das herbstfarbenbunt

das winterfrostweiß

das blenden der sonne

das flirren der großstadtnacht

das glimmen der laterne

das verdämmern des mondes

loslassen

(Mit einem Dankeschön an Christiane für ihre Einladung zu den abc-Etüden, diesmal die Nummer 3 mit den Wörtern „Laterne“, „herbstfarbenbunt“, „loslassen“, die wie immer in maximal 10 Sätzen unterzubringen waren.)

Über Elke H. Speidel

ist Publizistin und Soziologin und arbeitet als Fachautorin, gelegentlich auch als Schriftstellerin, Lebenswegberaterin oder Wissenschaftslektorin.

Veröffentlicht am 25. Oktober 2017 in Allgemein, Gedichte und Liedtexte, Realismus und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. Sehr bildmächtige Beschreibungen. Auch nicht mein Genre, aber mir gefällt es.
    Liebe Grüße
    Christiane

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  2. Das freut mich. Soll ja vor allem Spaß machen (oder trösten, irgendwie). Zumindest ist das mein Ziel.

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  3. Die ganze Welt – loslassen. Warum? Sie wird dich einst selbst entlassen. Im Moment des Abschieds wird es gut sein, noch alle Farben in sich zu tragen wie einen lang geliebten Schatz: das frühlingsregengrün, das sommerährengelb, das herbstfarbenbunt, das winterfrostweiß.Liebe Grüße – und wieder: schön sind deine etüden.

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  4. Ja, ich hoffe darauf, dass sie mich loslassen wird. Als mein Mann starb, hatte ich den sehr subjektiven Eindruck, dass er erst loslassen konnte, nachdem wir ihm das sozusagen innerlich „erlaubt“ hatten. Irgendwie schien da vorher ein Fadengespinst oder sonst etwas zu sein, das ihn bei uns festhielt, obwohl er eigentlich schon nicht mehr wirklich da war. Schwer zu beschreiben. Aber ich freue mich, wenn dir meine Etüden gefallen.

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  5. Losgelassen werden muss stets von beiden Seiten, sonst gelingt es nicht. Das ist schon bei dem ins-Leben-kommen, bei der Geburt so. Wenn eine Seite nicht loslassen will, sei es die Mutter, sei es das Kind, wird es schwierig, manchmal gar gefährlich. Mir haben schon Hebammen erzählt, dass es manchmal viel Überredung kostet, das Kind zum Loslassen und Verlassen des mütterlichen Körpers zu bewegen … warum sollte es am Ende anders sein? Das Leben muss mich loslassen, und ich muss es und die Welt und und und auch loslassen.
    Die „innere Erlaubnis“ ist bei so vielem wichtig …

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  6. Das ist schön und treffend zusammengefasst.

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