Novembergebet

Zu viele Tränen nicht geweint,
zu viel gesagt und nicht gemeint,
zu viel gewollt und nicht geschafft,
zu viel gesollt, zu wenig Kraft.

Zu viel Gezerre her und hin,
zu viel gemusst, zu wenig Sinn,
zu viel Gewölk vorm Sonnenlicht,
zu steil der Weg, zu wenig Sicht.

Zu grau der Tag, zu schwarz die Nacht,
auch viel zu selten laut gelacht
und nie gedankt für gute Stunden
oder verheilte alte Wunden.

Von Stürmen, die vorüberwehten,
zu viel verschwiegen in Gebeten …
Wir Menschen gehen, wie wir kamen.
Gott, steh uns bei und hilf uns! Amen.

Über Elke H. Speidel

ist Publizistin und Soziologin und arbeitet als Fachautorin, gelegentlich auch als Schriftstellerin, Lebenswegberaterin oder Wissenschaftslektorin.

Veröffentlicht am 23. November 2017 in Allgemein, Gedichte und Liedtexte, Realismus und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. Darin ist vieles gesagt, was unser Menschsein ausmacht, gefällt mir sehr!

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  2. danke 🙂 darf ich es rebloggen? LG, Hiltrud

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