Der Skiurlaubs-Muffel

„Du fährst jetzt in den Skiurlaub,“ so hörte ich sie kommandieren.

„Weit weg von deinem Bücherstaub.“ – „Nein, bitte nicht, ich will nicht frieren!“

„Du fährst jetzt hin, hab ich gesagt, um deinen Körper zu trainieren!

Sei doch nicht immer so verzagt!“ – „Nein, bitte nicht, ich will nicht frieren!“

„Was bist du mickrig, schwächlich, klein! Hör endlich auf, dich so zu zieren!

Im Skiurlaub wird’s herrlich sein!“ – „Nein, bitte nicht! Ich will nicht frieren!“

Sie ließ nicht locker, und ich fuhr. Mit zwei gegipsten Unterarmen

kam postwendend ich zu ihr retour und sitz gemütlich jetzt im Warmen.

(Die aktuellen Schlüsselwörter für die obigen Reime kommen von Christiane. Ihre drei Begriffe lauten: Skiurlaub, kommandieren, mickrig. Sie waren wie immer in maximal 300 Wörtern zu einem Text zu verarbeiten, der sich diesmal reimt. Danke, liebe Christiane, für den Anstoß!) 

Über Elke H. Speidel

ist Publizistin und Soziologin und arbeitet als Fachautorin, gelegentlich auch als Schriftstellerin, Lebenswegberaterin oder Wissenschaftslektorin.

Veröffentlicht am 6. Januar 2020 in Allgemein, Gedichte und Liedtexte, Kürzestgeschichten, Realismus, Reime und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 18 Kommentare.

  1. Das ist ja ein richtig poetischer Beitrag zu den 3 gegebenen Wörtern! Und so ganz menschlich, verständlich….. mit leichtem Schmunzeln versehen. Aber als Gedicht finde ich es einfach „genial“, so erfrischend! So wird es ja auch wieder ein bißchen heller in unserer Ratlosigkeit, wie wir zu mehr Mitmenschlichkeit etwas beitragen können… Ja, strenge Befehle , zwar „gut gemeint“, müssen nicht immer auch gut sein. “ Niemand kann alles, – aber e t w a s kann j e d e r ! “ Das ist auch eine „Gehörte Hilfe“ von Eva-Margret Stumpf. Davon handelt mein Blog…

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  2. Ich sitze hier, grinse vergnügt und bedauere den armen Tropf ob der gebrochenen Unterarme … hätte es das wirklich gebraucht? 😉
    Aber vermutlich/möglicherweise muss man ihn wirklich zu jeder Bewegung schubsen, dann verstehe ich auch, dass sie ihn barsch kommandiert … denn von allein rührt er sich nie …
    Erfreute Grüße
    Christiane 😀

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  3. Oh, eine Anti-Sport-Moritat 🙂 Finde ich sehr originell!

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  4. Von gipsarmen hatte sie nicht gesprochen. Nur vom Frieren. 😉

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  5. Ich habe genug solcher Fälle gesehen: in Hamburg in der Nacht auf die Autobahn, 10 Stunden durchgefahren, dann gleich rauf auf die Piste, und am gleichen Tag zurück mit dem Krankenwagen.
    Wer nicht will, den sollte man einfach nicht auf die Piste zwingen.

    Sehr schön in Zeilen gefaßt!

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  6. Ich weiß schon, warum einer meiner Wahtsprüche seit Kindestagen ist: „Treib keinen Sport, und du bleibst gesund“. Skifahren überlässt man am besten denen, die in entsprechenden Gegenden wohnen und es von Kindauf lernen. Ich gehöre nicht dazu. 🙂

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  7. Schön dargestellt, was passieren kann wenn man etwas unter Zwang tun muss. Bei mir würde es vermutlich ähnlich enden, wenn ich Skifahren müsste…

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  1. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 04.05.20 | Wortspende von OnlyBatsCanHang | Irgendwas ist immer

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