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Überleben

Das Frühstücksbrot schmeckte heute altbacken, der Pfannkuchenteig sah aus, als sei er aus einem Drachenei notdürftig zusammengepanscht.

„Ist das ein Dinosaurierei, Oma?“ Der kleine Thierry verzog das Gesichtchen.

„Es ist ein Pferdeei“, stellte seine Schwester Nina naserümpfend mit einem Blick auf die zweifelhafte Pfannkuchenzutat fest und meinte einen Pferdeapfel.

Ein paar Sekunden später hörte ich den Deckel auf die Kloschüssel knallen. Schneller, als ich bis drei zählen konnte, hatte Nina den Pfannkuchenteig in die Toilette gekippt.

Jetzt war nur noch das Brot da.

„Es ist verschimmelt“, behauptete das Mädchen, und nachdem ich skeptisch die weißen Punkte auf seiner Rückseite geprüft hatte, musste ich zustimmen.

Wir würden nachher losziehen und Kiefernnadeln sammeln, ich wusste schon wo, die schmeckten besser, waren nahrhafter und enthielten mehr Vitamin C, und dazu würde ich einen würzigen Brennnesselspinat zubereiten. Zum Kuckuck mit den abgelaufenen Nahrungsmitteln aus der Mülltonne des Supermarktes nebenan!

(Für die Textwoche 26.18 hat Frau Flumsel die drei Wörter Drachenei, altbacken und knallen gespendet, die wie immer auf Einladung von Christiane in maximal 10 Sätze zu packen waren.)